Love is in the air oder: Das Feelfreekuddelmuddel Sonntag, Sep 9 2007
Dreaming and Living and Thinking 12:12 Uhr vormittags
Ich weiß auch nicht, was mit mir los ist. Eigentlich ein ganz normaler Tag. Nein, halt, der letzte Tag, an dem ich nur hier wohne. Zuhause. Oder eben nicht zuhause. Meine Mutter ist seit einem halben Jahr dauergereizt, mein Vater wird immer depressiver und entdeckt seine Midlifecrisis und mein Bruder, im blühenden Alter der Pubertät ist nur teilweise als Verbündeter zu gebrauchen (dann aber richtig spitze
). Ich habe mir jetzt zum hundertsten Mal gesagt: “Aber bald zieh ich aus.” Alles wird anders, nicht?
Natürlich bin ich frei… bald entscheide wirklich nur noch ich, wann ich schlafen gehen möchte, wann ich Mittagessen möchte, wann ich duschen will und wann ich weggehe. Wohin ich weggehe. Mit wem ich weggehe. Und was ich alles mit diesem wem mache. Keine Fragen mehr à la: “Warum müsst ihr immer so lange in deinem Zimmer eingeschlossen sein?”
Daran muss ich heute denken. Warum? Wegen Julian. Diejenigen, die meinen alten Blog kennen, werden mit seinem Namen etwas anfangen können, wenn ich verrate, dass ich ihn Roux getauft hatte. Roux gehört ja seit jeher schon zu meinen Lieblingen bei der Arbeit. Heute durfte ich feststellen, dass ich allerdings sein unumschränkter Liebling eben dort bin. Ich weiß nicht, ob er meinen Namen nicht weiß… aber es ist nett, mal mit Schatzi angesprochen zu werden. Er ist im übrigen der einzige, dem ich das erlaube. Naja, allzuviel hab ich da eh nicht zu sagen. Heute hat er es geschafft, mir ein Handtuch ins Gesicht zu werfen, einen Eiswürfel in den Kragen zu stecken, Sahne auf die Nase zu schmieren, einen Servicewagen gegen mich fahren zu lassen und mich so ausgekitzelt, dass ich fast in den Schweineeimer gefallen wäre. Vorteil für ihn, dass ich garantiert lächeln musste, wenn er wieder reinkam, er es geschafft hat, sich mir auf 5 Zentimetern zu nähern, mich im Arm gehalten hat, mitsamt Servicewagen gegen mich geknallt ist und mir das Gesicht säubern durfte. Nachteil für ihn, dass Ekeltyp ihm in den Hintern getreten hat, weil er zu viel in der Küche quatscht. Oder aber, weil er so viel mit mir gequatscht hat? Ekeltyp selbst hat das nämlich auch zum Anlass genommen, wieder viele zweideutige Anspielungen zu machen und mir die Hand auf die Schulter zu legen und mich auszufragen.
Heute konnte mich das nicht stören. *summ* Nicht, dass ich irgendwas von Julian will… hm, doch, aber nichts ernstes. Es wäre nur schön, jetzt noch länger da zu sein. Bei ihm würd ich glatt noch mal probieren, wie ein Raucherkuss schmeckt. Und was der Küchenchef dazu sagt, wenn man das mitten in der Küche probiert.
Hach, es ist so herrlich… und gleichzeitig bin ich verwirrt inmitten dieses Möbelchaos, Sachen hier, Sachen da, und ganz viele Listen mit den Dingen, die ich morgen noch zusammen suchen muss. Und dann hab ich erst mal Zeit, alles auf mich zukommen zu lassen. Wie wird es sein? Was wird passieren? Es ist nur die erste Woche… ich sollte nicht zu viel auf einmal machen, aber gerade jetzt sehne ich mich so sehr nach der Freiheit von Florenz. Ich glaube, das war das erste Mal, dass ich richtig frei war, naja, und wir alle wissen, was dabei herauskam (oder wissen es nicht, aber dann ist es auch uninteressant an dieser Stelle). Auf jeden Fall nicht gerade mehr Ordnung in den Gedanken.
Egal, es ist Zeit für ein bisschen Kuddelmuddel. Ich bin ja richtig eingerostet das vergangene halbe Jahr. Im übrigen hab ich gestern gedacht, ich hätte das Auto geschrottet, weil es so geknallt hat, als ich in die Einfahrt gefahren bin. Ist aber nur der Reifen geplatzt. Da war auch einfach zu viel Liebe in der ganzen Luft drin, die wollte raus…
in dem Sinne eine schöne Woche bis ich wieder da bin.