Emma, die Spülfrau, wer ist das? Ab gestern bin ich “arbeitslos”, d.h. gestern war mein letzter Arbeitstag. Ich habe es nicht bedauert, alle Melancholie, die ich am letzten Schultag in den letzten Unterrichtsstunden verspürt habe, blieb hier aufgrund des angenehmen Arbeitsklimas aus. Ich war einfach froh, zu gehen. Von einer Azubi habe ich auch erfahren, dass ich weiter vergeblich auf Julian oder Mr.Lächel gehofft hätte. Sie haben aufgehört zu arbeiten, vor einer Weile schon.

Nur Naam ist noch da. Den habe ich ganz lieb grüßen lassen, sie sollen ihm “Arrivederci” von mir sagen. Wo er doch Italienisch bei meinem alten LK-Lehrer lernt… (dem ich noch immer einen Brief schreiben wollte *räusper*)

Jetzt ist Emma Studentin. Der Ausweis ist schon da, die Einstellung ist schon da. Jetzt wird mein Leben perfekt… die meisten sagen, die Studienzeit war die schönste ihres Lebens. Ich kann nicht sagen, dass die bisherigen Zeiten nicht schön waren, aber eine Steigerung ist immer möglich.

Heute Nacht hatte ich einen neuen Traum. Diesmal war es ein Auto, und ich wusste nur, etwas unheimlich wertvolles steht auf dem Beifahrersitz. Ein paar Männer schlichen herum und ich bekam Angst und lehnte mich schnell nach vorn um die Fahrertür zuzumachen. Leider schaffte ich es nicht mehr, auch das Fenster zu schließen und sah in den Lauf einer Pistole. Der Mann zwang mich, die Tür zu öffnen, fesselte mich auf der Rückbank, stahl das Wertvolle und legte eine Bombe an den Platz. Dann grinste er und teilte mir mit, dass ich noch 20 Sekunden hätte.

Panisch versuchte ich mitzuzählen und mich von den Fesseln zu befreien, ich musste ja nur aus dem Auto klettern und mich in Sicherheit bringen, möglichst außer Schussweite, aber es war doch nicht unmöglich! Es war… ich zählte, kam konfus durcheinander und bekam nur noch mit, wie das Ticken aufhörte und mir ein entsetzlicher Knall das Trommelfell zerriss. Dann war ich tot und wachte voller Entsetzen auf. Wie viele Träume wird es noch geben, bei denen ich senkrecht im Bett sitze? Wovor habe ich Angst- dass ich sterbe, dass die Welt ohne mich weitergeht? Etwas zu verlieren? Warum konnte ich erst wieder schlafen, als ich mir in aller Ausführlichkeit ein anderes Ende ausgemalt hatte, in dem es mir gelang, aus dem Auto zu entkommen und die Polizei zu rufen?