steht immer ein neuer Anfang. Oder so.

Ich bin nicht mehr für grades Denken geschaffen. Ich muss 1000 Texte lesen und Literaturtheorien und Methoden schwirren durch meinen Kopf, Vokabeln dreier Sprachen und so unzähliges anderes, was ich noch erledigen muss. Es kommt mir so vor, als könne ich kaum hinterher arbeiten. Ich arbeite und arbeite, aber wenn ich einen Text verstanden habe, hätte ich doch schon drei lesen sollen und bin immer ein Stück weiter hinten. Bin ich dümmer oder sorgfältiger? Ich möchte mich an letzteres klammern, und es ist beängstigend, dass es immer noch nicht so gekommen ist, wie ich immer dachte, dass irgendwann der Zeitpunkt ist, wo auch andere da sind, die besser sind, die mehr können. Ich bin immer noch die, die am meisten macht. Die hier springt, die gleichzeitig dort ist, die lernt und lernt und lernt und lernt. Die gleichzeitig feiert und überhaupt alles macht. Wo bin ich?

Jemand hat diesen Kreisel überdreht, und die Welt zieht zu schnell vorbei, als dass ich noch richtig scharf wahrnehmen könnte. Was muss ich überhaupt mitnehmen aus ihr? Ich kann nur so blind auswählen, habe keine Zeit, zu testen und zu schauen, kann nirgends verweilen, nie zur Ruhe kommen außer in mir selbst. Immer weiter, immer wieder ein Stück vorwärts.

Die Schnelle macht auch einsam.

Jetzt sitze ich hier und werde weiterlernen. Weil ich Samstagsabends nichts anderes zu tun habe. Und keinen Hiphop auf Dauer mag. Und auch nicht Gassi gehen. Verstehe wer will, wie üblich.